Dec 07 2007

Der Goldene Kompass Peer to Peer P2P und die torrents

Published by Jens Rieger at 02:00 under Computer, Innovation, Soziologie, Zukunft, seltsam

Nun endlich bin auch ich ein wenig schlauer und habe mir die Funktionsweise von Peer 2 Peer Netzwerken näher erklären lassen, und gleich getestet.
Der goldene Kompass, eigentlich gerade 24 Stunden in den Kinos ist bereits auf den einschlägigen Seiten wie torrent.to oder thepiratebay.org zu finden. Dabei haben wir nebenbei gleich noch ein anderes System Namens RapidShare ausgemacht, welches uns ein Sample des vermeintlich herunterzuladenen Filmes lieferte.
Dies hier vorweg gesagt, das Bild ist verschwommen, hinkt oft nach und wirkt alles in allem matt, der ton klingt dumpf … wahrscheinlich gibt es Nebengeräusche. Natürlich – der Film ist abgefilmt worden in irgendeinem englischsprachigem Kino dieser Welt.
Kurz zurück zum Torrent Netzwerk. Im Regelfall funktioniert es so, das Zentral eine Datei und ein Skript gehostet wird in welcher weitere Details zur Datei zu finden sind. Dabei spielt der Inhalt und der Umfang der Datei keine Rolle. Es können durchaus ganze CDs DVDs Verzeichnisse bis hin zu Festplatten darin kodiert werden. Die Dateien werden in gleich große Stückchen geteilt und mit Prüfsummen versehen. Mehr ist in dieser Kontrolldatei nicht zu finden. Das Skript übernimmt dann noch eine art aktuelle Benutzerdatei. Darin wird zwischen sogenannten Seedern, also welche die die Datei komplett haben und Leechern, welche die Datei noch nicht komplett haben unterschieden. Der Inhalt wird nur zwischen den Benutzern verteilt, und dies sehr effektiv da auch Benutzer mit nur einem kleinen Teil des Inhalts diesen auch schon an weitere Benutzer laden.
Es gibt auch versuche die auf das Zentrale Skripten verzichten. In dem Moment wo niemand mehr als Seeder den Inhalt anbietet ist er auch nicht mehr Verfügbar, der Torrent stirbt.
Jetzt hab ich doch wieder ausgeholt. Mein eigentlicher Impuls kam daher da binnen dieser kurzen Zeit, mitten in der Nacht scheinbar knapp 300 vollständige Quellen und etwa 10 Mal so viele weitere “Leecher” vorhanden sind. Diese Zahl hat mich schier umgehauen. Es wird quasi binnen kürzester zeit zig tausend Kopien davon geben.
Diese Technischen Möglichkeiten, das dahinter stehende Soziale Netzwerk, das Potential was darin steckt – das Fasziniert mich. Auch wie man diese in Zukunft so gestalten kann das sich ein Markt entwickelt. Ein Markt der Künstlern, Regisseuren, Konsumenten und bestenfalls auch kommerziellen Interessen gerecht werden kann. Das wäre sicher eine tolle Nische für Selbständigkeit. Geht man die Nachrichten auf heise.de und gulli.com durch sieht man schnell das es allemal nötig wäre.

Was bleibt – eine miese Bildqualität und schlechter Ton zig tausendmal kopiert – und genau das wird sicherlich viele Menschen in die Kinos bringen. Sicher kennen sie den film dann schon, aber sie wissen auch wofür sie bezahlen.

Ich selbst hab den Film nicht gesehen, mich interessierten an dieser Stelle nur die technischen Details und wie sie insgesamt genutzt werden.

Anm.: Gerne werden die Anzahl der Downloads, abgebrochene nicht herausgerechnet auch mit der Anzahl entgangener Verkäufe/ Kino-Eintritte gleichgesetzt. Vor dieser Milchmädchenrechnung kann ich nur eindrücklich warnen – es wäre wie wenn man jemand der noch vor ein paar Jahren ein Tape aus dem Radio aufgenommen hat auf einmal angekreidet er würde das Zeug jetzt nicht mehr kaufen, nicht mehr ins Konzert oder ins Kino gehen.

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