Feb 09 2008
oh wie liebe ich die Taz
manchmal jedenfalls, und in diesem Falle – als erklärter Pazifist – für diesen Artikel vom 9.2.2008 – als Empfehlung
Afghanistan: Wo deutsche Politiker Krieg spielen dürfen
Afghanistan entwickelt sich immer mehr zum Ort, an dem deutsche Politiker entsorgt werden können.
Kürzlich bereits schwärmte der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Hans-Ulrich Klose (SPD), dass es in Afghanistan “durchaus Situationen geben könne, in denen es unvermeidbar ist, zu kämpfen”. Wenn die Amerikaner rufen, springt der Klose. Das soll er ruhig tun und am besten gleich selbst an die Front gehen. Er wird dort nicht allein fallen. Denn jetzt hat auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), “ein größeres Engagement der Bundeswehr im Süden Afghanistans nicht grundsätzlich ausgeschlossen”, wie es im cremig weichen Zungenschlag kriegslüsterner Politiker heißt. Au fein, Polenz to the front! Dann ziehen Klose und Polenz als große Koalition des Kanonenfutters in den Krieg und bleiben auch hoffentlich dort. Mehr als 60 Jahre nach dem letzten großen Krieg brauchen wir wieder frische Soldatenfriedhöfe in fremden Ländern. Auf dem schmucken Grabstein heißt es dann: Klose und Polenz – die Söldner des Parlaments!