Apr
15
2008
Reclaim the streets … soetwas habe ich mir spontan auch gedacht, als ich am Freitag den 10.04. durch die Freiburger Innenstadt ging. Wer dazu an so gut wie jeder Ecke in der innenstadt eine eigene Polizeistreife in Leichter Arbeitsmontur braucht erschließt sich mir nicht im geringsten. Hat man etwa Kontrollverlust, Chaos befürchtet? Dafür waren es zu wenige Polizisten – und es fehlte dieser typische Robocop Charme. Ist man womöglich wieder zu dem Freiburger Deeskalationsmodell übergegangen – dafür waren es wohl noch zu viele. Vielleicht muss sich unser hiesiger Polizeisherrif erst noch in “vertrauen” üben – das wird schon noch. Es war wirklich so das man an keiner Kreuzung mit Ampel vorbei konnte ohne das dort nicht mindestens eine Streife, oder ein Manschaftswagen der Polizei stand. In Freiburg sind das schnell mal eine ganze Menge. Ich konnte auf meinen kurzen Streifzügen durch die Stadt zwar keine direkten Aktionen sehen, dafür aber Ballons, viele Lachende Gesichter und viel viel Kreide auf den Straßen, für mich war das ganze eine Freude.
Auf meinem Nachhauseweg beschlich mich aber ein Kummer. Kummer darüber wie wohl so ein Polizeistaat aussehen mag. Die hiesige Polizei wird bekanntermaßen[LINK ABS ] nicht immer nur für wirkliche Ordnung eingesetzt. Bzw. oft wird das was man unter Ordnung versteht auch gerne mal sehr eigenwillig interpretiert. [Reclaim 2006] Und das die Polizei nur ein hohler Ordnungshüter ohne eigene Ideologie ist darf man auch nicht glauben. Ja ich habe ein wenig Angst bekommen, vor einem Staat in dem es einfach zu viel Kontrolle, zu viel Polizei gibt.
Danke für die Erinnerung: die Straßen und Bürgersteige gehören nicht den Laden- und Lokalesitzern oder -mietern, sie gehören keiner Polizei, keiner Elite in der Stadt, keiner Stadtführung, keiner Verkehrsgesellschaft, keinem- Auto oder Fahrradfahrer. Entweder sie gehören allen oder niemanden, und dies einzufordern ist nur Legitim!
hier der internationale – dezentrale Aufruf bzw mehr Infos und Video
Mar
07
2008
“Am Montag wird wieder in die Hände geklatscht … Wenn die Werkssirene am Werktor dröhnt” (Geier Sturzflug)
Die GDL wird wieder Streiken, so wie die vergangene Wochen auch schon Oft Menschen im Einzelhandel – wirklich ich freue mich jedesmal wenn jemand das tut, denn da geht es im Grunde auch immer um eine Umverteilung von Gewinnen hin zum Arbeitnehmer.
Eine bleibende Frage ist aber natürlich inwiefern sich das Ungerecht auf alle “Nicht”Arbeitnehmer auswirkt. Studenten, Schüler, Kranke, Rentner, Junge, Arbeitslose, Traveller, Alleinerziehende, Asylanten und Migranten.
Hier die Nachricht von den Tageschau … http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahngdl14.html
Ohja und weil das immer Ärger gab mit den Anschlusszügen und so – und ich schon öfter auch mal bedroht wurde (“verschwinde” “ich hol den Grenzschutz” “da darfste nicht mitfahren, wehe du steigst ein” “wenn das jeder machen würde” “wir holen dich dann da wieder raus”…) … hier die offizielle Beschreibung der Bahn – kein Wort von wegen Fernverkehrsticket und so … gilt natürlich nur wenn wirklich ein Zug ausfällt.
Für Reisende, die auf Grund streikbedingter Zugausfälle bzw. Verspätungen ihre Reise nicht antreten können bzw. abbrechen müssen, gelten folgende Regelungen bei Ausfall und Verspätung von Zügen:
- Bei streikbedingt verpassten Anschlusszügen kann der Kunde mit dem nächsten, gegebenenfalls höherwertigen Zug weiterfahren. In diesem Fall wird auch die Zugbindung bei zuggebundenen Fahrscheinen aufgehoben.
- Kostenfreie Rückfahrt zum Abgangsbahnhof bei streikbedingtem Abbruch der Reise inkl. Erstattung des Fahrpreises
- Kostenfreier Umtausch bzw. Erstattung von Fahrkarten, die am Streiktag gültig sind und am Streiktag nicht genutzt werden können.
Man darf auch gespannt sein, ob die Bahn wieder Pauschal und Massenhaft Verzehrgutscheine (die dann dummerweise nur im ICE gelten) verteilt … ich hab alleine welche im Gesamtwert von 50 Euro bekommen, gestückelt in 5 Euro Scheinen. Lächerlich – vor allem weil damit auch paschal alles abgeantwortet wurde mit dem Hinweis das es keine weitere Antwort geben wird. Das ganze kam auch noch Monate nach den damaligen Streiks.
Feb
09
2008
manchmal jedenfalls, und in diesem Falle – als erklärter Pazifist – für diesen Artikel vom 9.2.2008 – als Empfehlung
Afghanistan: Wo deutsche Politiker Krieg spielen dürfen
Afghanistan entwickelt sich immer mehr zum Ort, an dem deutsche Politiker entsorgt werden können.
Kürzlich bereits schwärmte der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Hans-Ulrich Klose (SPD), dass es in Afghanistan “durchaus Situationen geben könne, in denen es unvermeidbar ist, zu kämpfen”. Wenn die Amerikaner rufen, springt der Klose. Das soll er ruhig tun und am besten gleich selbst an die Front gehen. Er wird dort nicht allein fallen. Denn jetzt hat auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), “ein größeres Engagement der Bundeswehr im Süden Afghanistans nicht grundsätzlich ausgeschlossen”, wie es im cremig weichen Zungenschlag kriegslüsterner Politiker heißt. Au fein, Polenz to the front! Dann ziehen Klose und Polenz als große Koalition des Kanonenfutters in den Krieg und bleiben auch hoffentlich dort. Mehr als 60 Jahre nach dem letzten großen Krieg brauchen wir wieder frische Soldatenfriedhöfe in fremden Ländern. Auf dem schmucken Grabstein heißt es dann: Klose und Polenz – die Söldner des Parlaments!
Nov
26
2007
… merkt ihr was ? Hört und seht genau hin .. es ist ruhig geworden um die Bahn. Nicht wahr? Strippen die im Hintergrund gezogen werden, kleines cooling down …
ich bin mal gespannt was da wohl wieder rauskommt.
Ab jetzt darf man erstmal keine eigene Meinung mehr haben, dabei war es gerade an diesem Streit sehr schön zu sehen wie differenziert sich der deutsche Bürger damit auseinander setzen kann und eine eigene Meinung hat. Teils allen Versuchen zum trotz hat sich die Zustimmung im wesentlichen kaum verändert.