Jul
21
2009

alles Jammerlappen
.. so habe ich mich in der letzten Zeit ein wenig Zurück gezogen und nichts weiter kommentiert im Netz. Wo sich die Steine des Anstoßes wieder häufen – und wohl auch bald Bundestagswahlen sind – sollt ich mir den einen oder anderen Kommentar nicht verkneifen.
Gestern fand wieder einmal ein Bundeswehrgelöbnis statt. Traditionell am 20. Juli – dem Jahrestag des Hitlerattentates. Man liest wenig von den sicher wieder stattgefundenen Protesten dagegen. Stattdessen kann man überall lesen – und das schon seit Wochen, das die Bundeswehr ja so wenig Rückhalt hat in der Bevölkerung.
Da frag ich mich doch wirklich: Gehts noch?
Soldaten sind Mörder, Deutsche Soldaten verteidigen Deutschland jetzt am Hindukush und sonst wo kann man lesen.
Beobachtbar soll der deutsche Militarismus wieder in die Mitte der Gesellschaft. Ja der gute Deutsche Soldat – Befehl und Gehorsam wie in Hauptmann von Köpenicks Zeiten.
Das in Afganistan wohl mehr Soldaten an Suezid aufgrund der Paranoiden Zustände vor Ort sterben als Soldaten bei Gefechten überhaupt verletzt werden wird Medial nicht so sehr ausgebreitet, ebenso wie der Protest gegen ein solches Feierliches Gelöbnis.
Wie die globalen Zusammenhänge zwischen deutscher Obrigkeit, deutscher Wirtschaft und den Kriegsschauplätzen der Welt tatsächlich sind erfahren wir selten. Vielmehr wird oft unzulässig vereinfacht und nach legitimation gesucht.
Der Wunsch nach politischer Legitimation und Kontrolle, der Wunsch nach Sympathie – das ist es was hinter dem Gejammer um den wenigen “Rückhalt” steht. Der mangelnde Rückhalt kommt nicht von mangelndem Respekt, oder mangelnder Einfühlsamkeit, sondern wohl eher daher das Soldate sein und Krieg spielen einfach Scheiße ist – basta.

JA, Morden
Nov
10
2008

krumme Schiene - Wagenheber
Seit vergangenem Wochenende ist es wieder soweit ..
Der Castor rollt und mit ihm hunderte von Polizeieinsatzkräften, und auch Demonstranten und Protestanten. Wie bunt und vielfältig der Protest diesmal wieder ist – übrigens gestärkt mit über 16.000 Teilnehmern kann man auf der Seite KanalB.org nachlesen und sehen. Derzeit finden sich dort 18 Videos … das Archiv von Kanal B enthält nicht nur Aktionen zum Castor, zum Wendland, Tag X und deren Protesten sondern auch eine ganze Reihe weiterer Beiträge zu anderen Themen wie der Nato Sicherheitskonferenz, oder den G8 Treffen in Heiligendamm und andernorts. Man kommt da ja so auf seine Gedanken wenn man von den Kletteraktionen Robin Woods und Cecile oder dem schottern liest.
In diesem Zusammenhang – es lebe der Wagenheber – äh Schienenheber, oder?
aktuelle Meldungen, mehr Videos und so gibt es auch unter wendland-net.de/ticker.
oder am aktuellsten die SMS – Twitter-Nachrichten direkt von vor Ort
Als letztes … gleich hier ein Stück von KanalB
Kanal B – Castor 2008 – Tag X
Jun
24
2008
vielleicht die normalität der Wiederholung, sauber, rein und Augsburgerrisch, Ordner als Hilfssherriffs, glatt - nur nicht anecken, nur nicht den hauch von radikalität versprühen lassen, zahnlose Tiger sind so … am Ende bleibt ein weisses Papier – ein weisser Fleck – tabula rasa und das seltsam laue Gefühl an einer “schönen” Demo teilgenommen zu haben.
Jun
18
2008
Am 24.06. gehen wir auf die Straße …
“Bildungswahnsinn stoppen” lautet das Motto, bis dahin heisst es Freunde, Verliebte, Bekannte und Feinde ansprechen.
Nachdem in Hessen in den letzten 2 Wochen fast täglich Studenten auf der Straße waren, Studiengebühren in Hessen Geschichte sind, in NRW am verg. Dienstag knappe 3000 Studenten gegen Studiengebühren demonstrierten und auch in Freiburg spontan die Post abging sind wir an der Reihe.
Wir wollen laut sein, auf die Straße gehen, wir wollen zivilen Ungehorsam üben, vor allem wollen wir uns Studiengebühren nicht länger gefallen lassen.
Jeder darf, es muss nicht gleich ein Schwarzer Block sein.
Auch der Weg zur Demo hin in Kelingruppen darf schon Spaß machen, Reclaim the Streets, eine kleine 10 Minütige Blockade vielleicht – Selbsternannte Clowns Army – die Straße gehört euch.
Informationen findet man zum Beispiel in der kleinen Zusammenfassung von Aktionsformen.
Oder Ganz Ausführlich im 3. Kapitel des Protesthandbuches.
Ein Rückblick zur Demo in Frankfurt vergangenen Januar, an dem auch zahlreiche Augsburger präsent waren findet ihr hier.
Amelie Flyer : http://www.media.uebergebuehr.de/view/id/789/
Freie Bildung : http://www.media.uebergebuehr.de/fileadmin/preview/2006/10/04/pkt-logo_130.png
Jun
15
2008
“Zwischen Bologna Realität und Bologna Rethorik liegen Welten”
Ein gelungener Radio Beitrag der SWR 2 Aula mit Heike Schmoll (FAZ)
Im Zuge der Modularisierung der Studiengänge “… wird schon ein Wechsel zwischen Bochum und Düsseldorf unmöglich!”
“Jedenfalls ist die Bolognisierung nicht so unausweichlich, wie sie scheinen mag. Sie wird erst dann unausweichlich, wenn immer mehr Beteiligte an ihre Unausweichlichkeit glauben.
Bildung hat aber auch mit dem Anspruch zu tun, vermeintliche Gewissheiten ihres illusionären Charakters zu überführen. Denn Bildung ermöglicht reflexive Distanz. Die Distanz zu sich und den Geschehnissen macht den Unterschied zu Unbildung aus. Eine Gesellschaft, die sich der Möglichkeit beraubt, Illusionen als solche zu erkennen, hat sich mit Haut und Haaren der Unbildung verschrieben. Und von Bildung ist im Zuge der Bologna-Reformen mit gutem Grund nicht die Rede. Wenn überhaupt von Bildung die Rede ist, dann im neuen Missverständnis der Bildung als Ausbildung. “
hier der direkte Link zur MP3 Datei , zum Skript
hier der direkte Link zum SWR2 Aula – Reform oder Deform
hier der Link zum Contra Blog – Für freie Bildung
Jun
03
2008
Was soll man dem noch hinzufügen, in Hessen sind mit dem heutigen Tage Studiengebühren wieder abgewählt.
Es ist vollbracht. Mit dem heute mit der Mehrheit von SPD, Gruenen und Linkspartei im hessischen Landtag verabschiedeten Gesetz zur Sicherstellung von Chancengleichheit an hessischen Hochschulen ist Hessen das erste Bundesland, welches Studiengebuehren, Langzeit- und Zweitstudiengebuehren wieder abschafft. Die den Hochschulen durch die Ruecknahme entstehenden finanziellen Ausfaelle werden zu hundert Prozent durch Landesmittel ersetzt. Nach zwei Semestern wird somit nun erstmals in einem Bundesland den unsozialen offenkundigen Auswirkungen der Gebühren Rechnung getragen.
Die Klage gegen Studiengebühren läuft dennoch weiter und wird vermutlich am 11.6. Beschieden. Dann wird sich zeigen ob nicht sogar alle bereits gezahlten hessischen Gebühren wieder zurück gezahlt werden müssen.
Der Protest geht weiter – für freie Bildung.